Datengrundlage für die Konzeptionierung nachhaltiger Stadtlogistik

MobiDig

© alexbaumann – iStock - Fraunhofer IAO

Ausgangssituation und Projektziel

Der Wirtschaftsverkehr ist der Bestandteil der städtischen Mobilität, der für die Versorgungssicherung der Bürgerschaft und der Unternehmen notwendig ist. Mit dem Trend, dass die Lieferungen immer kleinteiliger werden und dass der Online-Handel einen immer größeren Marktanteil einnimmt, steigt auch die Anzahl an Lieferverkehren in den Städten stetig an.

Im Zuge einer nachhaltigen und stadtverträglichen Entwicklung der Mobilität müssen somit auch Lösungen für den Wirtschaftsverkehr gefunden werden. Allerdings scheitert die Konzeption innovativer Citylogistikkonzepte vielfach an einer fehlenden Datengrundlage. Während in den Kommunen umfassende Informationen zur Personenmobilität vorliegen, gibt es zum Güterverkehrsaufkommen kaum verlässliche Zahlen. Dieser Problemstellung widmet sich das Forscherteam im Projekt »MobiDig« mit dem Ziel, Daten zum Wirtschaftsverkehr zusammenzutragen, selbst zu erheben und als Open Data öffentlich zugänglich zu machen. So können Kommunen schließlich selbst auf Grundlage von Datenanalysen nachhaltige Logistikkonzepte entwickeln.

Lösungsansatz und Forschungsbeitrag

In Zusammenarbeit mit den Städten Aalen, Heidelberg und Stuttgart werden im Projekt »MobiDig« Methoden entwickelt und erprobt, die zur Erfassung und Analyse von Daten des städtischen Lieferverkehrs beitragen. In die Konzeption fließen sowohl frei verfügbare Daten, z.B. stadträumliche Informationen zu Umweltbelastungen, als auch nicht öffentlich zugängliche Daten, wie Verkehrszählungen ein. Darüber hinaus werden im Projekt Daten selbst erhoben, beispielsweise zu Waren- und Fahrzeugarten, um vorhandene Datenlücken zu schließen.

Das Projekt »MobiDig« trägt dazu bei, die kommunale Datengrundlage im Themenfeld Wirtschaftsverkehr zu verbessern und herauszuarbeiten, welche Daten für die Planung von innovativen Logistikkonzepten relevant sind. Um die Übertragbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten, werden relevante Datenbestände und Analysemethoden stichprobenartig auf der Open Data Plattform des Landes Baden-Württemberg zugänglich gemacht. Mit der Zusammenfassung der Projektergebnisse in einem Handlungsleitfaden wird Städten gezeigt, wie sie entsprechende Daten selbst für die Planung und Realisierung nachhaltiger Logistikkonzepte nutzen können.

Gefördert wird das Projekt in der Förderlinie »MobiArch BW (Mobilitätsdatenarchitektur für innovative Anwendungen)« des Landes Baden-Württemberg durch das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg