Wissenschaftliche Begleitung Aufbau IPAI

IPAI

© Martin Albermann

Ausgangssituation und Projektziel

Um die Wertschöpfung mit »KI made in Baden-Württemberg« noch weiter auszubauen, schrieb die Landesregierung Baden-Württemberg 2020 in einem offenen Wettbewerb eine Anschubfinanzierung von bis zu 50 Mio. Euro für die Verwirklichung eines Innovationsparks KI Baden-Württemberg aus. Auch der Standort Heilbronn hat sich um die Förderung beworben und auf Basis des Votums einer internationalen Expertenjury den Zuschlag erhalten. Der Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) entsteht als Ort, an dem Wirtschaft, Wissenschaft und öffentliche Träger zusammenkommen, um gemeinsam an ethisch verantwortungsbewussten KI-basierten Lösungen zu arbeiten. Dazu entsteht im neu zu erschließenden Quartier Steinäcker auf über 23 Hektar ein Campus mit modernster Infrastruktur und bietet den Akteuren eine einzigartige Umgebung, um gemeinsam KI-Lösungen zu entwickeln. Das Forschungs- und Innovationszentrum KODIS wird die mehrjährige Aufbauphase des IPAI wissenschaftlich begleiten. 

Lösungsansatz und Forschungsbeitrag

Das Forschungs- und Innovationszentrum KODIS erbringt für Ipai vielfältige Forschungsdienstleistungen, bei denen jeweils unterschiedliche Aspekte von Wertschöpfung mittels KI- und datenbasierter Services im Fokus stehen. Dazu zählen Studien und White Paper zur Konzeption von (KI-)Reallaboren, zu den Potenzialen von Quantencomputing und Data Pooling, zur Zertifizierung und Absicherung von KI-Anwendungen oder zur intelligenten Daseinsvorsorge im neu entstehenden Quartier Steinäcker. Darüber hinaus wird KODIS Innovationsnetzwerke ins Leben rufen, um gemeinsam mit Praktikerinnen und Praktikern und visierten Expertinnen und Experten zukünftige Anwendungen von KI-Services im produzierenden Gewerbe oder in der »Stadt von Morgen« zu erarbeiten. Für die Besucherfläche des Ipai wird das KODIS KI-Service-Demonstratoren beitragen. Mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten soll zudem der Dialog zu den Chancen und Herausforderungen von KI-Anwendungen mit der breiten Öffentlichkeit sowie der (wissenschaftlichen) Fach-Community gefördert werden.

Im Rahmen einer Kooperation mit dem Netzwerk »Women in AI & Robotics« unterstützt das Forschungs- und Innovationszentrum KODIS zudem die Frauenförderung im KI-Ökosystem Heilbronn-Franken.

Studie »Innovationsmethode Reallabor«

Sowohl in der unternehmerischen Praxis, in der Forschung als auch in der Stadtentwicklung wird zunehmend auf Methoden der Open Innovation, auf Partizipation und Ko-Kreation gesetzt. Reallabore stellen dabei ein beliebtes Format dar, um Innovationen in einem offenen Prozess unter Einbindung vielfältiger Akteure zu gestalten, zu testen und weiterzuentwickeln. Dabei zeichnen sich in der Praxis jedoch vielfältige Formen von Reallaboren ab. In der vorliegenden Studie untersuchte KODIS empirisch, welche Formen von Reallaboren sich in der Praxis unterscheiden lassen. Basierend auf den Erfahrungen in den untersuchten Praxisbeispielen formulieren die Autor*innen Handlungsempfehlungen auf für die Initiierung und den Betrieb von Reallaboren.

Die Studie liegt unter dem folgenden Link zum Download bereit.

© Fraunhofer IAO

Whitepaper »KI-Zertifizierung und Absicherung im Kontext des EU AI Act«

Das Whitepaper beschreibt die Bedeutung und Herausforderungen von Zertifizierung und Absicherung der künstlichen Intelligenz (KI). Der Einsatz von KI-basierten Systemen bietet großes Potenzial zur Verbesserung von Effizienz und Qualität, birgt aber auch Risiken wie algorithmische Fehler, Haftungsrisiken und Datenschutzverletzungen. Um den verantwortungsvollen Einsatz von KI zu gewährleisten, sind einheitliche Regelungen, Normen und Zertifizierungsverfahren notwendig. Der EU AI Act und die KI-Normungsroadmap in Deutschland sind wichtige Schritte in diese Richtung. Das Whitepaper bietet eine Orientierungshilfe für Unternehmen und legt dabei Wert auf hohe ethische und technische Standards sowie die Förderung von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.

Das White Paper liegt unter dem folgenden Link zum Download bereit.

© Fraunhofer IAO

Studie »Frauen im Bereich Künstliche Intelligenz«

Mehr Diversität in der Gestaltung von KI-basierten Systemen bringt soziale und ethische Vorteile mit sich und fördert die Entwicklung fairer und inklusiver KI-basierter Lösungen. Frauen, die mit fast 50 Prozent der Bevölkerung die größte demografische Gruppe darstellen, sind im KI-Bereich jedoch unterrepräsentiert. Dies ist sowohl bei Daten, mit denen das KI-System trainiert wird, als auch bei Entwicklungsteams der Fall. Das Fraunhofer IAO hat die Rollen und das Potenzial von Frauen im KI-Bereich untersucht, um den Status quo zu ermitteln und konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Die wichtigsten Erkenntnisse gibt es in der neuen Studie »Frauen im Bereich Künstliche Intelligenz: Rollen, Potenzialentfaltung und Unternehmensstrategien« zum Nachlesen.

© Fraunhofer IAO