Wertschöpfung neu gedacht: Agiles Arbeiten bei Montage und Inbetriebnahme

agileASSEMBLY

© Uwe Völkner

Ausgangssituation und Projektziel

Produzierende Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die Dynamik und Unsicherheiten, welche aus internationalen Lieferketten sowie dynamischen und technologischen Entwicklungen resultieren, zu meistern. Die Digitalisierung der Geschäftsprozesse, neue Produktionstechnologien und zunehmend komplexe Hybrid-Produkte mit steigendem Software- und Service-Anteil erfordern eine hohe Innovations- und Wandlungsfähigkeit. Dabei sind die der Fertigung folgenden Prozesse der Montage und Inbetriebnahme besonders zeitkritisch. Sie bündeln Informationsflüsse der vorgelagerten Bereiche und müssen schwankenden Auftragsmengen kapazitiv unmittelbar folgen können.

An dieser Stelle setzte das Forschungsprojekt »agileASSEMBLY« an. Ziel war die Steigerung der Wandlungsfähigkeit in den späten Phasen der Produktentstehung durch integrierte personelle, organisatorische und technische Lösungen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf digitalen Assistenzsystemen und neuen Lösungen für die Montage und Inbetriebnahme. Dies ermöglichte es den beteiligten Unternehmen, systemische Kompetenzen im Wertschöpfungsverbund mit Kunden aufzubauen sowie das Reaktions- und Anpassungsvermögen durch gezielte Integration agiler Ansätze deutlich zu erhöhen.

Lösung und Kundennutzen

Das Projekt verfolgte einen systemischen Ansatz, indem es Expertisen aus den Bereichen des Produktionsmanagements, des Service Engineerings und der Arbeits­organisation zu einem agilen Ansatz in den späten Phasen der Produktentstehung zusammenführte. Die Projektarbeiten begannen mit einer umfassenden Bedarfs- und Anforderungsanalyse. Anschließend erfolgte die Entwicklung von Konzepten in den fünf Anwendungsschwerpunkten: wandlungsfähige Personalkapazitäten, agile Schichtplanung, modulare adaptierbare Arbeitsorganisation, Shop-Floor-Transparenz für die Agilität sowie virtuelle Inbetriebnahme. Die Anwendungsschwerpunkte griffen agile Vorgehensweisen und Methoden auf und stellten Lösungen bereit – von der Endfertigung über die Montage und Inbetriebnahme bis hin zu den ersten After-Sales-Prozessen. Abschließend wurden die erarbeiteten Lösungen in enger Abstimmung zwischen den wissenschaftlichen Partnern und den beteiligten Unternehmen praktisch erprobt und evaluiert.

Die entwickelten Vorgehensweisen, Methoden und Tools wurden gezielt aufbereitet, um über das Projekt hinaus von weiteren Betrieben, vor allem auch KMU, genutzt werden zu können. Im Fokus stehen dabei insbesondere Branchen, die über eine interne oder externe Montage verfügen, beispielsweise der Maschinen- und Anlagenbau sowie der Bereich Automotive. Unternehmen erhalten mit dem »Wandlungsassistenten zur Entscheidungsunterstützung« und dem »Werkzeugkasten agileASSEMBLY« ein umfangreiches Instrumentarium zur Erhöhung der eigenen Wandlungsfähigkeit. Weitere Ergebnisse sind Software- und Methodikdemonstratoren und ein Self-Assessment zur Sensibilisierung von Unternehmen.

 

Projektpartner:

  • DANGO & DIENENTHAL Maschinenbau GmbH
  • Diehl Metering
  • digital worx GmbH
  • Eurogard GmbH
  • Gleason-Pfauter Maschinenfabrik GmbH
  • Hawk Intelligent Technologies GmbH
  • IMS Gear SE & Co. KGaA
  • Mauser & Co. GmbH
  • QUNDIS GmbH
  • Universität Stuttgart
  • Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen

Ergebnisse einer Unternehmensbefragung

Wandlungsfähigkeit produzierender Unternehmen

Das Video zeigt die Ergebnisse aus einer Unternehmensbefragung im Rahmen des Projektes agileASSEMBLY. Die Person im dem Video ist KI-geniert, ebenso wie die Stimme.