Entwicklung von Angeboten für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in der Region

HYDROGENIUM

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Ausgangssituation und Projektziel

Die Erreichung der europäischen Klimaziele stellt insbesondere für das stark industrialisierte Deutschland eine große Herausforderung dar. Die immer strenger werdenden gesetzlichen Vorgaben, aber auch die sichtbaren Auswirkungen wie die steigende Jahresdurchschnitts-temperatur lassen immer mehr Akteure wie Unternehmen und Kommunen die vielfältigen Potenziale erkennen, die grüner Wasserstoff als Energieträger zur Verringerung von klimaschädlichen Emissionen bergen kann. So kann Wasserstoff beispielsweise vielfältig für die emissionsarme alternative Erzeugung von Elektrizität oder Wärme aber auch als industrielles Prozessgas oder Treib- und Kraftstoff eingesetzt werden. Der Russland-Ukraine-Krieg hat neben dem ökologischen Aspekt auch die Bedeutung der Unabhängigkeit von einzelnen oder wenigen ausländischen Energieimporteuren zugunsten einer diversifizierten Energielandschaft in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Zwar ist das Thema Wasserstoff noch weit davon entfernt, sich in der Breite durchzusetzen, jedoch zeigt sich in einigen Pilotprojekten, dass Wasserstoff in der Energielandschaft der Zukunft eine wichtige Rolle spielen kann: sei es als Teil eines Mischgases zur Beheizung von Haushalten wie im Leuchtturmprojekt »Wasserstoff-Insel« in Öhringen oder als Kraftstoff in den 30 zugelassenen Lastkraftwagen mit Brennstoffzelle 2022.

Mit seinen Projektpartnern vom DLR Lampoldshausen, der Hochschule Heilbronn, der Technischen Universität München und der Wirtschaftsförderung Raum Heilbronn GmbH arbeitet das Fraunhofer IAO im Rahmen des Leuchtturmprojekts »HYDROGENIUM« daran, Unternehmen, Kommunen und anderen Organisationen der Region Heilbronn-Franken und darüber hinaus die Potenziale von Wasserstoff näher zu bringen, über Möglichkeiten der Anwendung aufzuklären und bestehende Hürden und Bedenken zur Verwendung abzubauen.

Lösungsansatz und Forschungsbeitrag

Um potenzielle Nutzer zu aktivieren und ihnen individuelle Möglichkeiten der Verwendung grünen Wasserstoffs näher zu bringen, soll eine Testinfrastruktur zur Erprobung von Wasserstofflösungen geschaffen werden, welche durch Beratungs- und Austauschmöglichkeiten ergänzt wird. Mithilfe dieser sollen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sowie Kommunen die im Projektkonsortium vorhandenen technischen und betriebswirtschaftlichen Wasserstoffkompetenzen für sich nutzbar machen, Einsparpotenziale erkennen sowie Qualifizierungsbedarfe ermitteln können.

Das Fraunhofer IAO entwickelt daher eine Toolbox, welche gezielt zur Beratung und Information von KMU und kommunalen Akteuren eingesetzt werden kann. Diese deckt die drei wichtigen Felder Akzeptanz, Qualifizierung und das Aufzeigen des Potenzials von grünem Wasserstoff ab. Das Beratungstool kann gezielt zur Messung der unternehmensspezifischen Wasserstoffakzeptanz und der Ableitung von resultierenden Handlungsempfehlungen verwendet werden. Zur Unterstützung ihrer Entscheidung wird Unternehmen und Organisationen außerdem eine individuell angepasste Simulation ihres Wasserstoffpotenzials zur Verfügung gestellt.

Projektpartner:

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
  • Hochschule Heilbronn
  • Technische Universität München
  • Wirtschaftsförderung Raum Heilbronn

Leuchtturmprojekt HYDROGENIUM von DLR, Fraunhofer IAO, Hochschule Heilbronn, Technische Universität München und Wirtschaftsförderung Raum Heilbronn wird mit rund 6,9 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln gefördert.