KI-gestützte Szenariotechnik
Unternehmen stehen vor der Herausforderung, angemessen auf ein zunehmend volatiles Umfeld, hohe unternehmerische Risiken und steigende technologische Komplexität zu reagieren. Deshalb ist vorausschauende und anpassungsfähige Planung entscheidend, um ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
An dieser Stelle kommt Szenariotechnik zum Einsatz. Sie ermöglicht die strukturierte Analyse unterschiedlicher Zukunftsszenarien und bildet die Grundlage für strategische Entscheidungen. Allerdings ist die Entwicklung robuster Strategien und nachhaltiger Entwicklungspfade mit der Szenariotechnik aufwendig und erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Expertinnen und Experten. Ziel des Projektes war daher zu prüfen, inwieweit aktuelle KI-Ansätze die Szenariotechnik effektiver und effizienter umsetzen können.
Um Qualität und Effizienz zu sichern, wurde eine Methodik entwickelt, die basierend auf der Software-Pipeline »Spiderwise«, KI mit Szenariotechnik verbindet. Das Web-Crawling ermöglicht eine automatisierte Sammlung relevanter Informationen aus verschiedenen Quellen. Diese Daten werden ausgewertet, auf Relevanz geprüft und in Schlüsselfaktoren überführt, die als Basis für Szenarien dienen.
Die Pipeline wurde anhand des Themas »Bergbau der Zukunft« analysiert, für das durch Experten manuell erstellte Schlüsselfaktoren zum Vergleich vorlagen. Web-Crawling und Topic-Modelling erzeugten eine strukturierte Themensammlung. Für jedes Themencluster entstanden KI-basierte Zusammenfassungen und Schlüsselfaktoren. Die Ergebnisse wurden mit manuellen Analysen verglichen und zeigten hohe Übereinstimmung, bei reduziertem Aufwand. Die KI identifizierte zudem zuvor nicht definierte Faktoren.
Mit unserem KI-gestützten Ansatz können robuste Szenarien auf Basis einer großen, vielfältigen Informationsbasis entwickelt werden, deren Qualität mit einer expertenbasierten Vorgehensweise vergleichbar ist. Durch den gezielten Einsatz von KI werden Verzerrungen und veraltete Denkmuster aufgebrochen und der Blick auf neue Themen und Entwicklungsmöglichkeiten gerichtet. Gleichzeitig ermöglicht der Ansatz ein dynamisches Monitoring von Themenfeldern, sodass relevante Entwicklungen über die Zeit kontinuierlich verfolgt und Aktualisierungen nahtlos integriert werden.