Laura Fraske erzählt, wie sie in ihrem Alltag als Softwareentwicklerin Lösungsansätze findet
Frau Fraske, Sie sind Software-Entwicklerin. Wie kam es zu dieser Berufswahl?
Das hat sich entwickelt. Ich war auf einem technischen Gymnasium, hatte dort den Schwerpunkt Mechatronik – und das gefiel mir so gut, dass ich das Fach auch studieren wollte. Ich wählte ein duales Studium, weil mir der Praxisbezug wichtig war, sodass ich abwechselnd in der Uni war und in einem Partnerunternehmen arbeitete. In dieser Zeit entdeckte ich die Software-Entwicklung für mich. Mich faszinierte, wie Software eine Maschine zum Leben erwecken konnte, wollte das Thema vertiefen und studierte etwas später noch Software Engineering in Heilbronn.
Was führte Sie ans Fraunhofer IAO?
Im Masterstudium stieß ich auf das Thema Künstliche Intelligenz, das mich sofort begeisterte. Ich wollte das nach meinem Abschluss unbedingt weiterverfolgen, wollte die Logik dahinter verstehen. Auf einer Firmenkontaktmesse in Heilbronn wurde ich dann auf Fraunhofer aufmerksam. Forschung war vorher nie ein Thema für mich gewesen, aber etwas weckte mein Interesse. Ich wurde zu einem Vorstellungstermin eingeladen, war angetan von der Atmosphäre im Institut und dachte, wenn sie mich nehmen, probiere ich das aus.
Das Ausprobieren spielt auch in der Forschung eine wichtige Rolle. Wie ist das für Sie? Was gefällt Ihnen an der Arbeit?
In unseren Projekten haben wir keinen Bauplan, keine Rezepte. Wir können nicht nachsehen, wie etwas woanders funktioniert hat, weil wir neue Ansätze entwickeln. Dafür muss man sich auf ein Thema einlassen, verschiedene Blickwinkel einbeziehen und versuchen, die nächsten Schritte zu entwickeln. Das finde ich spannend. Man hat eine Vorstellung vom Ziel, die kann sich aber ändern, der Weg dahin ist nicht vorgegeben. Ob eine Idee richtig ist oder nicht, weiß man vorher nicht. Man muss daher Dinge ausprobieren, in verschiedene Richtungen gehen und sehen, wie sich etwas entwickelt. Die Freiheit, Lösungswege mitzugestalten, schätze ich sehr. Dabei hilft, dass wir bei Fraunhofer so interdisziplinär aufgestellt sind. Wenn man gedanklich mal feststeckt, können andere Perspektiven neue Impulse geben. Und es ist schön, wenn man sieht, dass man weiterkommt, obwohl man vielleicht gestern noch an einem Problem verzweifelte.
Sie haben kürzlich mit Ihrer Promotion begonnen. Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich und welche weiteren Schritte haben Sie dahingehend geplant?
Ich beschäftige mich schon länger mit der Frage, wie sich KI-Lösungen effizienter gestalten lassen, sodass sie weniger Ressourcen wie Energie und Rechenleistung benötigen. Hierbei geht es um Smart Services in der Kombination mit dem Forschungsfeld Green AI. Mehr Effizienz bringt weitere Vorteile mit sich: Bei spezialisierten Lösungen genügen oft kleinere Server, die Datenverarbeitung kann lokal stattfinden. Das sind wichtige Schritte zu mehr Datensouveränität. Wie man die Green-AI-Forschung in die Smart-Service-Entwicklung integrieren kann, wird mich auch während meines viermonatigen Forschungsaufenthalts an der University of Cambridge beschäftigen, wo ich im Winter 2026/2027 intensiv an meiner Promotion arbeiten darf.